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Donejakue Bidea 152 km


11.08.2010
So heißt der Jakobsweg auf Baskisch, auf dem wir jetzt sechs weitere unvergeßliche Tage unterwegs waren. Abgesehen von den allgegenwärtigen Unabhängigkeitsparolen entdeckten wir ein friedliches, freundliches und wohl bestalltes Land von eigenartiger Schönheit: Satte Felder und Wiesen, Obstplantagen, Weinberge, Viehherden, stattliche Bauernhöfe, saubere Weiler und bestens erhaltene mittelalterliche Städtchen. Trotz aller Strapazen sind wir so dankbar, daß unser Geschäft uns die Freiheit gibt, das alles erleben zu dürfen, und diese zeitliche und finanzielle Unabhängigkeit ist es, die wir Ihnen allen ebenso wünschen.
Entdeckungen? Begegnungen? - Jede Menge: In Markina fanden wir eine frühmittelalterliche Kirche vor, die um drei megalithische Felsbrocken, die jetzt als Altar dienen, herumgebaut ist. Im Kloster Zenarruza gab ein Zisterzienserpater im schwarzweißen Habit Eva vor lauter Begeisterung einen Kuß mit auf den Weg. Und natürlich lernen wir viele Pilger aus aller Herren Länder kennen. Mal sehen, was aus all diesen Bekanntschaften wird ...
Das Wetter hier wechselte alle zwei Tage abrupt. Die ersten beiden Tage ging es die Küste entlang, die Sonne knallte uns aufs Haupt, was uns bei den fantastischen Ausblicken auf Steilküste mit Brandung gar nicht so bewußt wurde, bis wir nachts vor lauter Hautjucken nicht einschlafen konnten. Gut, daß es Allano gibt! An den Tagen darauf verließen wir die Küste und durchquerten bergiges, bewaldetes Land. Dabei war es grau, stürmisch und regnerisch. Teilweise waren 15 km lange Strecken ohne ein Dorf, ein Gasthaus oder eine Wasserstelle zu überwinden. Alles mußte im Rucksack mitgeführt werden. Bis nach Gernika - bestens bekannt wegen Picassos Gemälde "Guernica"- kämpften wir uns so bei strömenden Regen durch. Dann hatte es sich ausgeregnet.
Heute sind wir in Bilbao angekommen. Am Morgen hatte unsere Wirtin noch gesagt: "Muy duro" - Sehr hart, und so war es auch. Bilbao ist von fast 1000 m hohen Bergen umgeben, und die wollen überwunden sein - bei 30° C im Schatten! Weiß nicht, was der Portier des Carlton sich dachte, als wir verschwitzt und stinkend nach einer Suite verlangten.!?! Jetzt nehmen wir uns einen ganzen Tag zum Ausruhen. Dann geht es weiter.