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Im Baskenland

05.08.2010
Noch an Evas Geburtstag in Madrid angekommen, wurden wir prompt zu einem anscheinend von langer Hand vorbereiteten Geburtstagsessen "gebeten". Die ganze Madrider Truppe war anwesend. Es gab jede Menge Geschenke, und es war eine Freude, dem begeisterten Geplauder auf Spanisch, Mandarin und Russisch zu lauschen. Unsere spanische Organisation ist ganz schön international geworden. Es waren auch viele Neue da, die uns zum ersten Mal vorgestellt wurden.

Am Tag darauf flogen wir ins Baskenland und waren fortan auf uns allein gestellt. Den Rest des Tages und die Nacht verbrachten wir in Hondarribia, einer vollständig erhaltenen kleinen mittelalterlichen Grenzstadt und wohnten im "El Emperador", der zu einem Hotel umgebauten Burg Kaiser Karls V., der auch König von Spanien gewesen war. Das gefiel mir natürlich besonders.

Am Mittwoch war es dann leider mit dem schönen Wetter vorbei. Dennoch machten wir uns guten Mutes auf den Küstenweg nach San Sebastián: Weiß-rot markiert, den Kamm des Jaizkibel-Massivs entlang und mit angeblich fantastischen Ausblicken auf die Biscaya-Küste. Davon sahen wir nichts, denn das Wetter wurde immer schlechter: Regen, Sturm, Nebel. Die Sicht betrug keine 50 m mehr. Die alten Wachttürme auf dem Kamm waren kaum noch zu erkennen. Naß bis auf die Haut passierten wir noch den Gipfel des Alerru (547 m); die alten Festungsanlagen und die modernen Antennen waren im diesigen Platzregen kaum zu sehen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als ins Tal abzusteigen und ein Taxi nach San Sebastián zu nehmen. Im Hotel machten heißes Bad und Sportmassage wieder Menschen aus uns.

In der Nacht hatte es sich ausgeregnet. Sonnenschein weckte uns. Pflichtbewußt ließen wir uns also nach Pasaia zurück chauffieren und machten uns erneut an den Aufstieg, um die gestern versäumten 9 km nachzuholen. Bergauf, bergab, immer die Küste entlang, kostete uns das nochmals fünf Stunden. Aber die Aussicht war diesmal wirklich fantastisch. Rechts fielen die Klippen steil ins schäumende Meer, die Berge waren mit blühendem Heidekraut, gelbem Ginster und blauen Hortensien bedeckt und glühten im Sonnenschein. Dieser Marsch die baskische Küste entlang machte alles Leid von gestern wieder wett.

San Sebastián selbst ist eine wunderschöne Stadt. Zur Zeit Napoleons völlig zerstört, wurde sie die Hänge hoch um die muschelförmige, feinsandige Bucht herum im Jugendstil wieder aufgebaut - ein einmaliger Anblick; Rio de Janeiro ist nichts dagegen. Wir genehmigten uns ein verspätetes Mittagessen auf der Strandpromenade, leisteten uns eine Stadtrundfahrt im Tren Turistico und fielen todmüde ins Bett. Morgen geht es weiter auf dem Küstenweg, und wir melden uns wieder, sobald wir mal wieder auf WiFi stoßen - wahrscheinlich erst in Bilbao.

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